Watermarking

Erfreulicherweise hat die Musikverwertungsindustrie inzwischen gelernt, daß DRM kontraproduktiv ist und verzichtet darauf, so erhält man an immer mehr Stellen DRM-freie Musiktitel.

Worauf leider nicht verzichtet wird, sind Watermarks, die es ermöglichen sollen, die Herkunft eines Files zurückzuverfolgen - und zwar meistens nicht nur auf eine Verkaufsplattform, sondern zu einem bestimmten Käufer.

Was diese Wasserzeichen konkret beinhalten, ob beispielsweise nur eine Registriernummer oder gleich die Daten an sich, wird meist nicht verraten. Da die Watermarks auf steganographischen Verfahren beruhen, ist auch ein Quantum Vertrauen zum jeweiligen Händler notwendig.

Der Vorteil für den Konsumenten ist somit kleiner, als es auf den ersten Blick scheint: zwar wird er sich nicht mehr mit nicht abspielbaren Dateien herumärgern müssen, gleichzeitig weiß er nicht sicher, welche persönlichen Daten in diese Dateien hineinkodiert wurden. Er macht sich auch angreifbar, falls eine zu ihm zurückverfolgbare Datei außerhalb der gesetzlichen und vertraglichen Vorschriften weiterverbreitet wird, unabhängig ob er dies selbst tut. Genug Platz also für FUD, das ihn zu unnötig restriktivem Umgang mit seinen Medien-Files motiviert: Empfiehlt es sich also in Zukunft, jedes einzelne Musikstück bei der Polizei anzugeben, das auf einem gestohlenen MP3-Player war?

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users/rosenke/blog/20090201-watermarking.txt · Last modified: 2009-02-01 18:35 by rosenke
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